Großbrand Industriekomplex

Datum: 
16. Februar 2015 - 0:12 bis 18:00
Einsatzart: 
Brand
Einsatzstelle: 
Bogen/Hofweinzier
beteiligte Hilfskräfte: 
FF Parkstetten ELW UG-ÖEL
FF Bogenberg TSF
FF Bogen Kdow, HLF 20, DLK 23/12, LF 8/6, TLF 24/50, RW 2, M
FF Pfelling TSF
FF Degernbach TSF
FF Oberalteich LF 8, MZF
FF Amselfing TSF, TSF
FF Hunderdorf MZF, TLF 3000, LF 8, V-LKW
FF Geiselhöring MTW, GW-L1, DekonP, ABC Erkunder
FF Niederwinkling MZF, HLF 20, TLF 16/25
FF Straubing DLK 23/12, TGM 32, MZF, DekonP, TLF 4000
FF Schwarzach MZF, TLF 16/25, LF10, GW-L1
FF Pondorf TSF
FF Pillnach TSF
FF Reibersdorf TSF
FF Au vorm Wald TSF-W
FF Steinburg TSF
FF Windberg LF 8/6, MZF
FF Metten LF 16/12, DLK 23/12, MZF
FF Strasskirchen MZF, TLF 16/24, LF 16/12, MZA
FF Plattling Kdow, TLF 25/50, DLK 23/12, MZF
FF Mallersdorf LF 16 Kat, MZF, DLK 23/12
FF Leiblfing MZF, TLF 4000, GW-L1, LF 16/12
FF Perkam LF 10, TSF
FF Sunzing TSF
FF Obermühlbach TSF
FF Rettenbach TSF
FF Sparr TSF
FF Elisabethszell TSF
FF Dachsberg TSF
FF Viechtach Kdow, LF 16/12, DLK 23/12, V-LKW
FF Heilbrunn TSF
FF Höhenberg TSF
FF Gaishausen TSF
FF Landorf TSF
FF Münster TSF
FF Aufroth TSF
FF Kößnach TSF
FF Schambach TSF-W, MZF
FF Welchenberg TSF
FF Haid TSF
FF Wetzelsberg TSF
FF Neurandberg TSF
FF Falkenfels LF 8/6
FF Wörth a. d. Donau VRW, MZF, V-Lkw
BF Regensburg WLF mit AB Atemschutz, V-Lkw
FF Schöllnach MZF
FF Osterhofen MZF
FF Deggendorf MZF, KDOW
FF Prackenbach LF 8
FF Linden MZF
FF Achslach TSF, MTW
FF Hengersberg MZF
THW Bogen
THW Straubing
Rettungsdienst
Notarzt
Polizei
Kriminalpolizei
Umweltschutzunternehmen
Wasserwirtschaftsamt
Bauhof
Bürgermeister Bogen Franz Schedlbauer
Landrat SR-Bogen Laumer
Landratsamt
Energieversorger
Gasversorger
Führungskräfte vor Ort: 
KBR Albert Uttendorfer
KBI Klaus Weninger
KBM Joachim Faltl
KBM Thomas Schießl
KBI Werner Schmitzer
KBI Markus Weber
KBI Markus Huber
KBM Günther Neuhierl
KBM Moritz Mannes
KBM Bernhard Gruber
KBR Deggendorf Land 1
KBM Deggendorf 3/2
KBM Deggendorf 1/3
KBI Regen Land 3
Einsatzleiter Rettungsdienst
THW Fachberater

Rund 500 Einsatzkräfte bei großem Industriebrand gefordert.

Der Rosenmontag 2015 wird im Landkreis Straubing-Bogen so schnell nicht vergessen werden: einen Brand in dieser Größenordnung hat es seit fast 30 Jahren nicht mehr gegeben. Kurz nach Mitternacht war ein Großbrand bei der Lohmann AG, besser bekannt als "Wiesenhof" in Hofweinzier bei Bogen ausgebrochen. Noch in den Mittagsstunden waren 469 Feuerwehreinsatzkräfte aus 37 Feuerwehren des Landkreises Straubing-Bogen und zusätzliche Verstärkung aus den Nachbarlandkreisen mit der Brandbekämpfung beschäftigt. Brandspezialisten der Kriminalpolizei Straubing haben die Ermittlungen aufgenommen. Der Schaden wird im höheren zweistelligen Millionenbereich angesiedelt.

Es war 0:08 Uhr als die Integrierte Leitstelle (ILS) Alarm auslöste. Sie war durch einen Arbeiter der Frühschicht informiert worden, der bei seiner Ankunft auf dem Betriebsgelände Flammen aus einer der Produktionshallen bemerkt hatte. Bei der Anfahrt der ersten Feuerwehren schlugen die Flammen bereits aus dem Dach und die ersten Nachalarmierungen wurden durchgeführt. "Nach der ersten Erkundung auf dem Gelände mit einem 6.000 Quadratmeter großen Hallenkomplex war klar, dass mehr Wasser benötigt wird als hier zur Verfügung steht" erklärt Kreisbrandrat Albert Uttendorfer, der den Einsatz leitete. Sofort wurden die drei Dispo-Gruppen "Wasser" aus dem gesamten Landkreis Straubing-Bogen zum Einsatzort gerufen. Durch die sehr hohen Gebäude waren gleichzeitig mehrere Drehleitern erforderlich, die von den Feuerwehren der Stadt Bogen, der Stadt Straubing, Mallersdorf, Metten, Plattling und Viechtach gestellt und eingesetzt wurden. Natürlich galt das erste Augenmerk dem Brand, jedoch war von Anfang an auch der Blick auf die hohen Mengen von gelagertem Ammoniak gerichtet, das es zu schützen galt. Ständig durchgeführte Messungen ergaben, dass für die Bevölkerung zu keiner Zeit Gefahr bestand. Erschwerend kam bei diesem Brandeinsatz hinzu, dass durch herabfallende Teile der Dachkonstruktion kein Innenangriff gestartet werden konnte. Die Löscharbeiten mussten ausschließlich von außen über seitliche Eingänge und über Dach gemacht werden. Für die Wasserversorgung wurden sieben B-Leitungen von der Donau her zum Brandobjekt gelegt. Zum Verständnis dieser Dimension: das waren insgesamt 11,2 Kilometer Schlauchstrecke bzw 560 B-Schläuche, die zu den Verteilern für die Löscharbeiten führten. Insgesamt war die Koordination dieses Einsatzes mit mehreren hundert Einsatzkräften eine logistische Meisterleistung. Als zweite besondere Herausforderung war der Großbedarf an Atemschutzkräften zu bewerkstelligen: in der Mittagszeit waren 76 Atemschutzträger aus dem Landkreis Straubing-Bogen im Einsatz sowie zusätzliche 30 Mann aus Plattling, Metten, Viechtach, Straubing Stadt und Wörth an der Donau. Am frühen Nachmittag rückte zusätzlich der Atemschutzcontainer aus Regensburg an, um die Sicherstellung des Atemschutzes für die nächsten 24 Stunden zu gewährleisten. Sie alle wurden vom Kreisbrandmeister für Atemschutz Bernhard Gruber in einem eigenen Zelt betreut und koordiniert. Wertvolle Arbeit bei der gesamten Logistik leistete auch die UG-OEL (Unterstützungsgruppe örtlicher Einsatzleiter) von der FF Parkstetten. "Insgesamt waren fünf Abschnittsleiter eingesetzt, die mit der gesamten Mannschaft hervorragende Arbeit geleistet haben" sagt Kreisbrandrat Albert Uttendorfer, der auch die landkreisübergreifende Zusammenarbeit lobt - beispielsweise den Einsatz der Fernüberwachung aus Viechtach zur Unterstützung von Abschnittsleiter West KBI Werner Schmitzer. Durch das Einhalten der Sicherheitsvorkehrungen seien auch keine Personenschäden durch Brand oder Rauch bei den Einsatzkräften aufgetreten. Vier Kameraden seien beim Ausrutschen auf Eis leicht verletzt worden. "Vor allem in den frühen Morgenstunden war der Kampf gegen die Kälte ein zusätzliches Erschwernis, denn das Löschwasser gefror sofort am Boden und schaffte große Eisflächen auf dem Gelände", so Uttendorfer. Seitens des Rettungsdienstes waren ständig zwanzig Einsatzkräfte vor Ort, wie als Einsatzleiter Thomas Dietweger vom BRK erklärte. Nicht nur die Bereitschaft für den Fall eines Notfalles, sondern auch die Verpflegung aller eingesetzten Kräfte mit warmen Getränken und Speisen oblag dem BRK und wurde angesichts des stundenlangen Einsatzes bei eisigen Temperaturen dankbar angenommen.

Um dem Großaufgebot an Einsatzfahrzeugen freie Zufahrt zu gewähren und die Arbeit der Einsatzkräfte nicht noch durch starken Verkehr zusätzlich zu erschweren wurde die Staatsstraße 2125 komplett gesperrt. Völlig unverständlich jedoch die Rücksichtslosigkeit und Frechheit unzähliger Autofahrer im Umgang mit einer Totalsperre, die durch ein blinkendes Polizeifahrzeug, Umleitungsschild und Polizeibeamten mit "Stoppschild" mehrfach gekennzeichnet ist.

Die Brandursache ist unklar. Untersuchungen haben die Kriminalpolizei Straubing und Brandspezialisten aufgenommen. Durch das Einstürzen von Zwischenwänden und Dachteilen sowie bestehender Einsturzgefahr weiterer Gebäudeteile kann der Brandort von den Ermittlern derzeit jedoch nicht betreten werden. Auch die Zukunft der teilweise bis zu 1000 Arbeitsplätze der Lohmann AG (Deutschlands größtem Geflügelproduzenten mit deutschlandweit insgesamt 5700 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 2,5 Milliarden Euro) am Standort Hofweinzier ist derzeit völlig ungewiss.
Insgesamt 500 Kräfte eingesetzt aus Fünf Landkreisen (siehe beteiligte Hilfskräfte),
8000 m B- Schlauch für Wasserförderung aus Donau verbaut,
Brandbekämpfung mit mehreren C und B Rohren sowie Tragbaren Wasserwerfern und sieben Drehleiten und hundert Atemschutzträgern,
Schaden dürfte laut Polizei im dreistelligen Millionenbereich liegen!!!

Bilder folgen oder bereits auf unserer Facebookseite !!! Quelle Bericht Irmgard Hilmer/Web Team LKR SR-BOG